Ein offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem Titel „Prominente fordern Aufnahme aller Menschen aus Afghanistan mit deutschen Aufnahmezusagen“, unterzeichnet unter anderem von Günther Jauch, Herbert Grönemeyer, Jan Böhmermann und Herta Müller, hat eine unerwartet massive Gegenreaktion ausgelöst. Der Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely (AfD) griff den Appell öffentlich auf – mit weitreichenden Folgen.
In einem Social-Media-Beitrag (hier geht´s zum Beitrag: https://www.facebook.com/pierrelamelyafd/posts/pfbid02m2UfTV6GN22fvNNSnzMoMZTHNTdirzuJ8aeD3ofp5AUhkpbsrxkHXcbWoLaySaiYl ) forderte Lamely die Unterzeichner direkt auf: „Machen Sie doch Ihre Villa zur Erstaufnahmeeinrichtung.“ Gemeint war eine konsequente Übernahme persönlicher Verantwortung durch jene, die weitere Aufnahmeprogramme öffentlich einfordern.
Obwohl Lamelys Facebook-Seite lediglich rund 4.000 Follower zählt, entwickelte sich der Beitrag innerhalb kürzester Zeit viral. Tausende Reaktionen, Kommentare und Teilungen sorgten für eine Reichweite, die seine bisherigen erfolgreichsten Beiträge deutlich übertraf. Die enorme Resonanz wertet Lamely als klares Stimmungsbild: „Wenn ein einziger Beitrag mehr Reaktionen auslöst als die besten Beiträge zur Hochphase in meinem Bundestagswahlkampf, zeigt das, wie groß die Ablehnung gegenüber symbolischer Moralpolitik geworden ist.“
Parallel versandte Lamely Briefe an die prominenten Unterzeichner sowie an Bundeskanzler Friedrich Merz und die zuständigen Minister. Darin kritisiert er eine wachsende Kluft zwischen moralischen Appellen öffentlicher Eliten und der Lebensrealität der Bevölkerung. Migration sei für viele Prominente ein abstraktes Projekt, für die Bürger jedoch eine konkrete Alltagsfrage von Sicherheit, Wohnraum und sozialer Belastung.
Politische Sprengkraft jenseits des Wahlkampfs
Als Landeswahlkampfkoordinator der AfD Hessen ordnet Lamely die Entwicklung als Zäsur ein: Wenn ein einzelner Social-Media-Beitrag mit begrenzter Ausgangsreichweite eine deutlich größere Resonanz erzeuge als klassische Wahlkampfkommunikation, sei dies Ausdruck einer wachsenden Ablehnung gegenüber folgenlosen Moralappellen. Die Fokussierung auf persönliche Haftung und private Unterbringung habe einen Nerv getroffen, den symbolische Politik nicht mehr erreicht.
Ob die prominenten Unterzeichner oder die Bundesregierung auf Lamelys Vorstoß reagieren, bleibt offen. Fest steht jedoch: Die Debatte um Migration wird zunehmend entlang der Frage geführt, wer Verantwortung trägt – und wer lediglich Forderungen stellt.




